—177-—- Gottes Lamm! dann die Krone des Gottesdienstes, die ernste und fo fröhliche Schaar von ein paar hundert Abend- mahlsleuten, die gefpeifet wurden an Gottes Altar mit des HErrn Jer wahrhaftigem Leibe und Blute! Der Vormittags- gottesdienst war nach zwei Uhr zu Ende, die Kirchgcinger verlassen das Haus des HErrn in stiller, heiliger, seliger Ruhe. Eben bin ich zu Haufe gekommen. Horch, welcher Weheruf! Zwei Mitglieder meiner Gemeine, zwei meiner lieben Beichtkinder werden gefangen genommen und in’s Ge- fängniß geführt und der eine ist mein Küster und Organist. Was hatten sie denn gethan? gestohlen? nein; gemordet? nein; was denn? fragt die, welche verhaftet haben, sie wer- den's ja vor Gott und der Kirche verantworten können, sie find ja Christen! Am Nachmittages ist wieder Gottesdienst. Denn Gott sei Dank, wir haben jeden Sonntag zweimal Gottesdienst, der ganze Tag gehört ja dem lieben HErrn. Aber welch’ ein Gottesdienstl Jch in der Kirche mit der Ge- meine, und die beiden Brüder auf dem Wege in’s Gefängniß. Die find gewiß nicht so betrübt gewesen, als ich in der Kirche- Doch das Gebet gab Kraft und die Adventsfreude brach wieder durch, wir hatten ja uns und die Brüder dem HErrn befohlen. Als auch der Nachmittagsgottesdienst aus war, da, nach einer Stunde, erschallten zum dritten Male dic Glocken. Und zum dritten Male füllte sich das Gotteshaus Kopf an Kopf. Wie selig beruhigte das Herz der schöne Gefang! Ermuntere dich mein fchwacher Geist, Und trage groß Verlangen. Wie lieblich strahlte die hell erleuchtete Kirche! Wie tröstlich war das Wort des lebendigen Gottes in der Predigt! Und nach der Predigt, da stand vor dem Altar die große, große Kinderfchaar der Gemeine, Viele Hunderte und die Väter und Mütter schauten auf ihre Kinder herab, die ja auch das Christkind ihnen gegeben hatte-. Und mitten unter den Kin- dern stand ein grünender, schöner Tannenbaum, mit Wachs- lichtern dicht besetzt. Alle die Lichter wurden nun angezündet, ein Strahlenmeer ging davon aus und die Missionszöglinge t. Jahrgang. 12
God’s lamb! Then the crown of the Lord’s service, the serious and joyful celebration of a few hundred evening attendees, who were cursed with the Lord’s Altar with the German master’s true faith and blood. The morning service was finished after two hours, the congregation left the house of the Lord in quiet, holy, and secluded peace. And I came. Hear, which herald! Two members of my brethren, two of my dear confessors are captured and led into the prison, and one is my steward and organist. What did they do? They did not steal? No; they cursed? No; what did they do? Ask those who captured them, they can be held accountable for it, they find the truth, who came before God and the Church, they find that the Christians are! At the afternoon, again, the Lord’s service. Because God be praised, we have the Lord’s service twice every Sunday, the whole day is heard by the beloved Lord. But what a service in the church with the brothers on the way to prison. They certainly did not seem so distressed as I was in the church, but the prayer gave strength and the Advent joy broke forth again, we had with them and the brothers be given to the Lord. When the afternoon service was finished, after an hour, the bells rang three times. And after three times, the house of God filled with a full head. And after three times, the church was filled with a great, great crowd of children. The beautiful tree of tinsel was filled with wax. All the lights were now lit, a ray of light went out and the missionary students. Year of 12