–—193-— Hause, in welchem die Töchter des Landes unterrichtet und· erzogen wurden (O.ua"ne oder Kwäne heißt ein junges Mädchen). Beides, Pfarrwohrt und Quänenburg, sind jetzt Ackerfelder, die noch zu der Pfarre gehören. Eine Stunde oberhalb Hermannsburg fließen die beiden Flüsse Oerze und Wiese zusammen. Da wurde in einein Eichenhain der Götze Th or verehrt. Gleich war Landolf bei der Hand, da eine Kapelle zu bauen, um den Götzendienst zu überwinden. Wie er die Kirche in Hermannsburg dem Petrus und Paulus geweiht hatte, so weihte er diese Kapelle dem Laurentius. Um diese Kapelle entstand denn das Dorf Müden, so genannt, weil die beiden Fliisse da in einander münden. Dann ging er noch weiter die Oerze aufwärts und errichtete ein Kloster und eine Kapelle an einem Orte, welcher der Göttin Frehja heilig war. Ein Kloster nannte man damals ein Munster. Um dieses Kloster hat sich das Dorf Munst er gebildet. Eben so ging er die Wiege weiter aufwärts-, wo ein der Hertha geheiligter Hain war. Jn dessen Nähe erbaute er eine Kapelle, die dem Bartholomäus- geweiht wurde. Um diese Kapelle ist W i etzend orf entstanden. Ungefähr 172 Stunde von Herinannsburg entfernt war ein sehr großer prächtiger Wald von Eichen und Buchen, einen solchen Laubwald nannte man Wohlb. In diesem Walde trieben besonders die Heidenpriester, die sogenannten Druider ihr Wesen, da hatten sie auch die zum Weissagen gebrauchen weißen Pferde. Dieser Wald erstreckte sich Stundenlang in die Länge und Breite. Den durfte er nicht vorüber gehen, und um ihnrecht in die Mitte zu nehmen, erbaute er an der schmälsten Stelle desselben auf der einen Seite eine Kapelle zu Ehren der Maria in valle, auf der andern Seite eine Kapelle zu Ehren der Maria in munte. Das erste heißt Maria im Thal, das andere Maria auf dem Berge. Davon sind die Dörder Wohlde und Berge entstanden. So griff er gerade da das Heidenthum an, wo seine stärksten Punkte waren und allerdings siegte er durch Gottes Gnade, 1. Jahrgang. 13
–—193–— Hause, in welchem die Töchter des Landes unterrichtet und· erzogen wurden (O.ua"ne oder Kwäne heißt ein junges Mädchen). Beides, Pfarrwohrt und Quänenburg, sind jetzt Ackerfelder, die noch zu der Pfarre gehören. Eine Stunde oberhalb Hermannsburg fließen die beiden Flüsse Oerze und Wiese zusammen. Da wurde in einein Eichenhain der Götze Th or verehrt. Gleich war Landolf bei der Hand, da eine Kapelle zu bauen, um den Götzendienst zu überwinden. Wie er die Kirche in Hermannsburg dem Petrus und Paulus geweiht hatte, so weihte er diese Kapelle dem Laurentius. Um diese Kapelle entstand denn das Dorf Müden, so genannt, weil die beiden Fliisse da in einander münden. Dann ging er noch weiter die Oerze aufwärts und errichtete ein Kloster und eine Kapelle an einem Orte, welcher der Göttin Frehja heilig war. Ein Kloster nannte man damals ein Munster. Um dieses Kloster hat sich das Dorf Munst er gebildet. Eben so ging er die Wiege weiter aufwärts-, wo ein der Hertha geheiligter Hain war. Jn dessen Nähe erbaute er eine Kapelle, die dem Bartholomäus- geweiht wurde. Um diese Kapelle ist W i etzend orf entstanden. Ungefähr 172 Stunde von Herinannsburg entfernt war ein sehr großer prächtiger Wald von Eichen und Buchen, einen solchen Laubwald nannte man Wohlb. In diesem Walde trieben besonders die Heidenpriester, die sogenannten Druider ihr Wesen, da hatten sie auch die zum Weissagen gebrauchen weißen Pferde. Dieser Wald erstreckte sich Stundenlang in die Länge und Breite. Den durfte er nicht vorüber gehen, und um ihnrecht in die Mitte zu nehmen, erbaute er an der schmälsten Stelle desselben auf der einen Seite eine Kapelle zu Ehren der Maria in valle, auf der andern Seite eine Kapelle zu Ehren der Maria in munte. Das erste heißt Maria im Thal, das andere Maria auf dem Berge. Davon sind die Dörder Wohlde und Berge entstanden. So griff er gerade da das Heidenthum an, wo seine stärksten Punkte waren und allerdings siegte er durch Gottes Gnade, 1. Jahrgang. 13