—194-— denn der Herr spricht ja: Ich will Meine Ehre keinem andern geben, noch Meinen Ruhm den Götzen. Und wie einst der Götze der Philister Dagon vor der Bundeslade Gottes ver-stümmelt auf der Erde lag, so fielen allenthalben in un- serm Oerzethale die Altiire der Götzen vor dem Zeichen des Kreuzes darnieder. - Ferner waren Landolf und seine Gefährten tüchtige Ackers-leute, die auch keine Mühe und Arbeit der Hände scheuchten und recht eigentlich im Schweiße ihres Angesicht’s ihr Brod zu essen verstanden. So führten sie denn auch allenthalben den Ackerbau ein, von dem unsere Vorfahren damals noch wenig oder nichts verstanden und so wurden sie nicht nur die geistlichen, sondern auch die leiblichen Wohlthäter der ganzen Gegend. Was kann doch ein einziger Mann ausrichten, der sich ganz seinem Heilande weiht und den die brennende Liebe zu dem Herrn und zu den Brüdern treibt. Gott gebe doch allen Predigern und Lehrern, und namentlich auch allen Heidenboten einen solchen Sinn, ein so muthiges Herz und einen so hellen Blick, solche Lust zur Arbeit, etwas Gutes zu schaffen. Ueber die nächsten hundert Jahre habe ich in der Chronik nichts gesunden. Da muß also wohl alles so seinen stillen Gang genommen haben, daß nichts besonderes davon zu erzählen gewesen ist. Alsdann wird aber weiter eine merkwürdige Begebenheit erzählt. Es war um das Jahr 940 nach Chr. G., da hütete nicht weit von Hermannsburg ein dreizehn- bis vierzehnjiihriger Knabe die Rinderheerde seines Vaters auf der Legde, da kommt ein prächtiger Zug von gewappneten Rittern daher gezogen, stolz zu Roß. Der Knabe sieht mit Lust die blin- kenden Heime und Harnische, die glänzenden Speere und die hohen Neitersleute an und denkt wohl in seinem Herzen- das sieht noch nach was aus! Aber plötzlich biegen die Reiter von der sich krümmenden Straße ab und kommen querfeldein auf die Legde zugeritten, wo er hütet. Das ist ihm zu arg- denn das Feld ist keine Straße und das Feld gehört seinem

—194— denn the lord speaks, and I will not give my honor to any other. Nor will I exalt my name to the gods. And as once the god of Philistine, the Gophist, lay deformed on the earth, all over, the Altiire of the gods in the whole land were lowered before the sign of the cross. - Furthermore, Landolf and his companions were skilled farmers, diligent and hardworking, who understood the art of farming and worked in the fields with a sincere purpose. Hence, they established the farming industry, which our ancestors once understood little, and became the protectors of the entire land. What can one man achieve who dedicates himself entirely to his God and is driven by the burning love for God and his brethren? God grant to all preaching and teachers, and especially to all heretics, such a sense of wisdom, a brilliant heart, and a bright gaze. May this desire for work, and the creation of good, be present in such a man. In the next hundred years, there was nothing special recorded in the chronicle. Therefore, it must have been that everything settled into its quiet course, and nothing particularly noteworthy would be recorded. But then a strange occurrence will be told. It was in the year 940 after Christ, when not far from Hermannsburg, a young boy guarded the herd pen of his father’s, when a grand procession of armored knights arrived, proud to ride. The boy gazed with delight at the dim houses and ladies, adorned with gleaming swords and the high-ranking lords, and thought in his heart - what was still to come? But suddenly, the riders of the road turn away and come swiftly across the field, where he protects. It is an obstacle for him, for the field is not a road, and the field belongs to him.